Ärztecheck

Ärztecheck

Vor jeder Haartransplantation müssen verschiedene Fragen geklärt werden. Einerseits muss geprüft werden, welches Ergebnis noch bei welcher Haarausfall Stufe sinnvoll erreicht werden kann, mit welchen Kosten man rechnen muss und welche Technik / Arzt dann für einen am Besten ist.

Hellhaarige haben bis zu 120.000 Haare, dunkelhaarige haben ca. 100.000 Haare und rothaarige liegen bei ca. 80.000 Haare. Diese verteilen sich auf durchschnittlich 400-500 qcm Kopfhaut. Haarausfall wird erst sichtbar, wenn ca. 30% der Haare im betroffenen Bereich ausgefallen sind. Das heißt, dass man ca. 70% Ursprungshaardichte benötigt um 100% Blickdichte zu erreichen. Eine gute Dichte erreicht man zumeist aber schon sogar mit 50% Ursprungshaardichte.

Welche Gütekriterien gibt es bei einem Haartransplantations-Arzt?

In Deutschland gibt es keine spezielle Prüfung für Haartransplantationsärzte. Auch der Begriff Schönheitschirurg ist nicht geschützt. Daher kann jeder Arzt prinzipiell Schönheitsoperationen bzw. Haartransplantationen durchführen. Nur der Titel plastischer Chirurg lässt auf eine gewisse Qualifikation schliessen. Wichtiger aber als jeder Titel ist, dass der betreffende Arzt auch sehr viel Erfahrungen vorweisen kann. Nur wer täglich Operationen durchführt, hat auch die nötige Erfahrung, um Spitzenergebnisse erzielen zu können.
Leider gibt es gerade im Haartransplantations-Sektor sehr viele schlechte Ärzte. Aufgrund fehlender Transparenz ist ein Anbietervergleich nicht sehr einfach, und der Patient muss sich meistens notgedrungen auf die Aussagen des jeweiligen Arztes verlassen.
Daher haben wir Ihnen eine kleine Checkliste bereitgestellt, woran Sie die Ärzte prüfen können.

1. Beratungsgespräch:
Beim Beratungsgespräch sollten alle wichtigen Fragen geklärt werden. Wenn Fragen übergangen oder als “unangebracht” tituliert werden, sollten Sie sehr aufmerksam sein.
Unseriöse Ärzte / Berater drängen auf eine schnelle Entscheidung und bieten Rabatte bei schnellen Entscheidungen. Davon sollten Sie in keinem Fall Ihre Entscheidung abhängig machen. Der Arzt läuft Ihnen schon nicht weg und wichtiger ist es, dass Sie ganz sicher fühlen bei Ihrer Entscheidung.

Wichtig!
Jeder Arzt sollte Ihnen aus seiner Umgebung mindestens fünf Referenzpatienten benennen können. Das bedeutet, dass Sie sowohl mit dem Ex-Patienten telefonieren als auch besuchen dürfen.
Als häufigster Ablehnungsgrund wird der Datenschutz genannt. Lassen Sie sich nicht abspeisen. Wir haben es noch nie erlebt, dass von angeblich hunderten zufriedenen Patienten nicht einer Stellung nehmen würde.

Der Arzt sollte den weiteren Verlauf Ihres Haarausfalls in seine Planung mit berücksichtigen und Ihnen viele Vorher-Nachher-Fotos zeigen können mit Nennung der Anzahl der Grafts (Eine Verpflanzungseinheit), damit Sie sich ein umfassendes Bild machen können, was Sie ungefähr zu erwarten haben. Auch sollte er Ihnen nicht verschweigen, dass fast immer ein Schock-Fallout auftritt. Das bedeutet, dass nicht nur die transplantierten Haare erst einmal wieder ausfallen sondern, dass auch umliegende Haare so in Mitleidenschaft gezogen werden können, dass sie auch in Folge der Operation ausfallen. Somit ist meistens eine Periode von sehr wenigen Haaren, im operierten Bereich, nicht zu vermeiden. Dagegen sollten Sie sich psychisch wappnen. Hier helfen aber auch sogenannte Concealer (Toppik, HairSoReal, DermMatch...) solche Phasen besser zu überstehen.

2. Spendebereich, Entnahmetechnik:
Die zu transplantierenden Haare können nur von einem selbst kommen. Diese werden standardmäßig aus dem Haarkranz vom Hinterkopf entnommen. Diese Haare sind nicht vom androgenetischen Haarausfall betroffen und wachsen auch auf den kahlen Stellen weiter.

Der Arzt kann entweder einen elliptischen Streifen (Streifen) entnehmen oder Einzelhaarwurzel extrahieren (FUE). Bei der Streifenmethode gibt es eine Narbe, bei der FUE nicht. Mit der FUE-Methode können bei Bedarf auch Körperhaare transplantiert werden. Es können dabei bis zu 10.000 Haare zusätzlich gewonnen werden.

3. Zerteilung des Spenderhaares:
Bei der follikularen Entnahme-Technik (Einzelhaarwurzel) stellt sich die Frage der Zerteilung nicht mehr. Dort liegen die Transplantate schon bereits fertig vor. Sie wurden schon mit Hilfe eines Mikroskops manuell entnommen. Für die anderen Entnahme-Methoden gilt aber: - Die Zerteilung des Spenderstreifens in die Transplantationseinheiten muss zwingend mit Hilfe eines optischen Vergrößerungsgeräts erfolgen, um eine Beschädigung der Spenderhaare zu vermeiden. So können bis zu ein Drittel der Spenderhaare durch unsachgemäße Behandlung beschädigt oder sogar zerstört werden.

4. Einpflanzungs-Technik:
Bei der Einpflanzungstechnik gibt es Ärzte, die bei der Umsetzung entweder einen Laser einsetzen oder selbst manuell mit einem Skalpell oder Einsetznadel die Einsetzlöcher schaffen. Laser haben bisher nicht ihren hohen Preis rechtfertigen können.
Entweder werden die Mini- oder Micrografts (MG), die 1-6 follikulare Einheiten sowie kleine Hautfetzen enthalten oder es werden nur follikulare Einheiten (FU), die 1-3 Haare enthalten verpflanzt. Für sehr gute und natürliche Ergebnisse sind FUs Pflicht.
Für eine natürliche Haarlinie sind Einzelhaarwurzel notwendig, sonst entsteht zu schnell ein Waschbürsteneffekt. Selbstverständlich sollte es sein, dass der Transplanteur die Haarwuchsrichtung einhält.

5. Operation Nachbehandlung
Wenn man nicht gerade das Geld für die FUE hat, wird einem eine mehr oder minder große Wunde am Hinterkopf zugefügt. Hier sind die ersten Monate für eine saubere Wundheilung sehr wichtig. Viele Haartransplanteure beachten diesen Umstand überhaupt nicht. Was uns auch aufgefallen ist, ist der Umstand, dass auch der Pflege der verpflanzten Haare kaum Beachtung geschenkt wird. Dabei ist die Versorgung der Haarwurzeln, in den ersten Wochen, sehr wichtig. Hier wachsen zwar die meisten Haarwurzeln von selbst an, aber ein paar überleben die Verpflanzung nicht.

Dabei können die richtigen Haartransplantationspakete eine verbesserte Heilung und höhere Anwuchsrate bewirken.

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